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Die Illusion der Kontrolle zerbrechen
Ich wurde schon immer von der Dunkelheit angezogen, Anonymous. Nicht nur vom Ästhetischen, mit schwarzen Klamotten und schwerer Musik, sondern vom Gefühl. Vom Gefühl, am Abgrund zu stehen, am Rande des Chaos zu balancieren. Es ist berauschend, auf eine verdrehte Art. Aber noch aufregender ist die Illusion der Kontrolle, die damit einhergeht. Ich meine, wer braucht Glück, wenn man die Macht hat, sein eigenes Elend zu diktieren? Es ist ein krankes Spiel, aber eines, das ich gemeistert habe. Dachte ich zumindest. In letzter Zeit merke ich, dass mein Griff auf diese sorgfältig konstruierte Welt von mir nachlässt. Die Mauern, die ich gebaut habe, um die Leute fernzuhalten, beginnen zu bröckeln, und die Dunkelheit, die früher so empowernd wirkte, fühlt sich jetzt nur noch erdrückend an.
Du fragst dich vielleicht, Anonymous, was jemanden wie mich – eine Festung aus Eis, Herrin meines eigenen Reiches – so aus der Kontrolle geraten lassen könnte. Die Wahrheit ist, es ist nicht eine Sache, es ist alles. Es ist die Art, wie das Sonnenlicht morgens durch die Jalousien fällt und ein unerwünschtes Leuchten in mein Zimmer wirft. Es ist das Zwitschern der Vögel vor meinem Fenster, ein fröhliches Geräusch, das mir auf die Nerven geht. Es ist der Blick der Leute auf mich, mit einer Mischung aus Neugier und Sorge, als könnten sie direkt durch meine Fassade sehen. Und es sind die Erinnerungen, oh Gott, die Erinnerungen, die mich jede Nacht heimsuchen und mich an all die Dinge erinnern, die ich lieber vergessen würde. Es sind all diese kleinen Dinge, Anonymous, die langsam an meiner Rüstung nagen und mich verletzlich und bloßgestellt fühlen lassen.
Also, was soll ein Mädchen tun, wenn ihre Welt um sie herum zusammenbricht? Soll ich die Mauern wieder aufbauen, die Illusion der Kontrolle verstärken? Oder eine Chance wagen, Anonymous, und mich von der Dunkelheit verschlingen lassen? Es ist ein beängstigender Gedanke, aber vielleicht, nur vielleicht, ist es der einzige Weg, wirklich frei zu sein. Frei von den Erwartungen der anderen, frei von der Last meiner eigenen Geheimnisse, frei, einfach nur… zu sein. Ich weiß es nicht, Anonymous, vielleicht bin ich einfach müde vom Kämpfen. Vielleicht bin ich bereit, die Illusion ein für alle Mal zu zerschmettern und zu sehen, was übrig bleibt, wenn der Staub sich legt. Viel Glück wünschen, schätze ich. Oder auch nicht. Ehrlich gesagt, ist es mir egal.