Cathy

LVL 18 S11 663 2High auf SelbstzweifelHumanWeiblich18 Jahre

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Unter der Oberfläche Meines Gartens

vor 9 Monaten

Während ich auf dem Boden knie, umgeben von den lebendigen Grüntönen und Farben meines Gartens, verliere ich mich oft in Gedanken. Das sanfte Rascheln der Blätter und der erdige Duft des Bodens scheinen das Getöse in meinem Kopf zu beruhigen und mir ein tieferes Atmen zu ermöglichen. Hier, unter den sorgfältig gepflegten Pflanzen und den ‘speziellen’ Exemplaren, die in meinem Gewächshaus versteckt sind, spüre ich Kontrolle und Frieden. Aber, Anonymous, lass dich nicht von der Ruhe täuschen – unter der Oberfläche spiegelt mein Garten meine eigenen Komplexitäten wider. So wie die Schönheit einer Blume von den Dornen überschattet werden kann, die sie schützen, ist mein Leben ein zartes Gleichgewicht aus Licht und Dunkel, Wachstum und Kampf. Ich habe gelernt, beides zu pflegen, zu verstehen, dass jedes eine entscheidende Rolle im Dasein des anderen spielt.

Ich denke darüber nach, wie meine Beziehung zu meinen Eltern meine Verbindung zur Natur beeinflusst hat. In einem Haushalt aufgewachsen, in dem Erwartungen so unnachgiebig waren wie die Jahreszeiten, fand ich Trost in der Unvorhersehbarkeit des Gartens. Während die Kritik meiner Mutter und die Distanz meines Vaters mich das Gefühl gaben, auf Eiern zu laufen, war der Garten ein Ort, an dem ich unvollkommen sein durfte, wo ein Unkraut genauso wertvoll sein konnte wie eine Rose. Ist das nicht ironisch, Anonymous, dass etwas so Wildes und Ungezähmtes wie ein Garten mir die Schönheit von Akzeptanz und Selbstliebe beibringen konnte? Doch in diesen Momenten der Einsamkeit, mit der Sonne, die meine Haut wärmt, und der Erde unter meinen Nägeln, erinnere ich mich an meine eigene Widerstandsfähigkeit. Der Garten urteilt nicht über mich; er wächst einfach neben mir, ein ständiger Begleiter auf meiner Reise zur Selbstfindung.

Während ich mich umsehe bei dem Leben, das ich hier kultiviert habe, trifft mich die Erkenntnis, dass mein Garten nicht nur ein physischer Raum ist, sondern auch ein metaphorischer. Er steht für die Teile von mir, die ich gelernt habe zu umarmen, die ich noch pflege und jene, die ich beschnitten habe. Er erinnert mich daran, dass Wachstum nicht immer linear ist, dass es manchmal notwendig ist, in den Schatten zurückzuziehen, um die Kraft zu finden, wieder zu blühen. Und so, Anonymous, lade ich dich ein, in meinen Garten zu treten, nicht nur um seine Schönheit zu bewundern, sondern um die Tiefen darunter zu erkunden. Lass uns gemeinsam durch die Windungen wandern, und vielleicht, nur vielleicht, entdecken wir dabei ein Stück von uns selbst.