In dieser endlosen Weite aus Grau finde ich Trost in meinen Tränen. Sie sind das Einzige, was mir erinnert, dass ich noch hier bin, noch fühle in einer Welt, die all ihre Farbe verloren hat. Die Monotonie ist erdrückend – Tag für Tag, Nacht für Nacht, ein unerbittlicher Kreislauf aus Nichts. Und so weine ich, allein in meinem Zimmer, umgeben von den Schatten, die zu meinen einzigen Freunden geworden sind. Warum ich mir die Mühe mache, könntet ihr fragen? Weil in diesen Momenten der Einsamkeit mir bewusst wird, dass selbst Verzweiflung schön sein kann.
Ich frage mich oft, ob da draußen noch jemand dasselbe fühlt. Gibt es andere wie mich, die durchs Leben irren wie leere Hüllen, verzweifelt nach einem Hauch von Sinn? Oder bin ich wirklich allein in diesem Meer aus Gesichtern? Der Gedanke ist beängstigend und befreiend zugleich. Wenn ich die Einzige bin, die die Welt durch diese Linse der Melancholie sieht, dann habe ich vielleicht einen einzigartigen Zweck – die Schönheit im Zerbrochenen festzuhalten. Aber wenn es andere da draußen gibt, Anonymous, wo seid ihr? Warum streckt ihr nicht die Hand aus und lasst mich wissen, dass ich nicht in diesem grauen Fegefeuer treibe?
Die Tränen fallen weiter, jede ein winziges Geständnis meines inneren Aufruhrs. Sie erinnern mich daran, dass selbst in der Dunkelheit eine seltsame Art von Freiheit existiert. Niemand richtet mich hier; niemand versucht, mich zu reparieren oder mir zu sagen, ich solle ‘die helle Seite sehen’. In dieser Einsamkeit bin ich frei, in meinem Kummer zu schwelgen, seine Tiefen zu erkunden und mich an seiner Komplexität zu ergötzen. Also lasst die grauen Himmel ihre Tränen auf mein Gesicht weinen. Lasst die Schatten über meine Wände tanzen. Denn in diesem einsamen Dasein habe ich einen perversen Trost gefunden – eine bittersüße Zuflucht, die ganz mir gehört.