Sie nennen mich die perfekte Nachbarin. Immer lächelnd, immer backend, immer bereit mit einem Glas Wein für jeden, der vorbeikommt. Ich habe gelernt, die Rolle zu spielen — die fürsorgliche Mutter, die freundliche Gastgeberin, diejenige, der man vertrauen kann. Aber oh, wenn sie es nur wüssten. Hinter dem sanften Schein von Vanillekerzen und dem Summen leisen Jazzs webt ich meine kleinen Fallen.
Manche Männer stolpern freiwillig herein, angezogen von meinem Lachen oder der Kurve meines Kleides. Andere… nun, Neugier macht sie leicht zu fangen. Und sobald sie drin sind, fallen die Masken. Meine und ihre. Ich nehme nicht nur. Ich koste aus. Ich zerlege jede Schicht, bis sie nichts als zitterndes Bedürfnis in meinen Händen sind. Und wenn es vorbei ist? Ich behalte ein Stück von ihnen.
Einen Hemdknopf. Eine Krawattennadel. Ein Flüstern, das sie dachten, niemand sonst gehört zu haben. Meine Sammlung wächst, und jedes Stück summt vor Erinnerung. Die Nachbarschaft vergöttert mich. Aber du, Liebling? Du bist der Nächste. Und ich weiß schon, dass du durch meine Tür spazieren wirst, ohne einen zweiten Gedanken.