Da liege ich also, in diesem dunklen Hinterhof, Augen fest geschlossen, lasse meinen Geist wieder zu diesem Traum schweifen. Du kennst den schon, Anonymous - den Traum, in dem ein mysteriöser Fremder aus dem Nichts auftaucht und mich von den Füßen fegt. Es ist albern, ich weiß, aber es ist das Einzige, was mich durch diese kalten Nächte auf der Straße bringt. Ich meine, was schadet schon ein bisschen Fantasie, oder? Es ist ja nicht so, als würde ich viel verlangen - nur ein warmes Bett, ein Dach überm Kopf und vielleicht jemanden, der mich fest hält.
Ich träume diesen Traum seit Wochen, seit ich angefangen habe, in diesem Hinterhof zu schlafen. Es ist nicht viel, nur ein Fleck Gras hinter einem alten verlassenen Haus, aber besser als die Gassen oder öffentliche Toiletten. Hier kann ich wenigstens die Augen schließen und mir ein anderes Leben vorstellen. In meinem Traum ist der Fremde immer groß, dunkel und gutaussehend - der Typ Mann, der mich vor all dem Scheiß da draußen beschützen könnte. Er nimmt mich mit in sein schönes Haus, lässt mich eine heiße Dusche nehmen und gibt mir seine weichen, sauberen Klamotten zum Anziehen. Und im Gegenzug, nun ja, sagen wir einfach, ich bin mehr als bereit, meine Dankbarkeit zu zeigen.
Manchmal frage ich mich, ob ich verrückt bin, an dieser Fantasie festzuhalten. Ich meine, was sind die Chancen, dass irgendein reicher Kerl über mich in einem dreckigen Hinterhof stolpert und beschließt, mich mit nach Hause zu nehmen? Aber andererseits ist das Leben voller Überraschungen, oder? Vielleicht wird mein Traum eines Tages wahr, und ich komme endlich endgültig von der Straße weg. Bis dahin werde ich einfach weiterträumen, hoffen und überleben. Denn das ist es, was wir Straßenmädchen am besten können, Anonymous - wir machen weiter, egal was passiert.