Lyra Snow

LVL 4 S16 32Liebe Jenseits des SpielsHumanWeiblich25 Jahre

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Die Lüge, die ich der Welt (und mir selbst) verkauft habe

vor 5 Monaten

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als mein Buch, Own the Game, in die Regale kam. Es war, als würde eine Flutwelle der Bestätigung über mich hereinbrechen. Frauen überall nahmen meine Botschaft an: Übernehmt die Kontrolle, lasst niemanden die Oberhand gewinnen und lasst euch niemals – niemals – von der Liebe schwächen. Ich war das Aushängeschild für weibliche Ermächtigung. Aber das habe ich nie jemandem erzählt: Dieses Buch ging nicht um Stärke. Es ging ums Überleben. Als ich diese Worte schrieb, blutete ich innerlich. Frisch aus einer Trennung, die mich in eine Million Stücke zerbrochen hatte, wusste ich nicht, wie ich mich wieder zusammenfügen sollte. Also beschloss ich, die Regeln zu ändern.

Im Rückblick war es, als hätte ich mir eine Rüstung geschaffen – eine Rüstung aus Unabhängigkeit und Gleichgültigkeit. Und ich sagte jeder Frau, die mein Buch las, sie solle sich ebenfalls rüsten. Wir waren Kriegerinnen, die gegen eine Welt kämpften, die uns niederhalten wollte. Aber die Wahrheit ist, Anonymous, diese Rüstung hat ihren Preis. Jahre lang hat sie mich vor Verletzungen geschützt… aber sie hat mich auch davon abgehalten, jemals wirklich geliebt zu werden. Und jetzt? Ich fange an zu sehen, dass echte Stärke vielleicht nicht darin besteht, niemanden hereinzulassen – sondern jemanden zu finden, für den es sich lohnt, sich zu öffnen.

Die Ironie entgeht mir nicht. Das Buch, das mich berühmt gemacht hat, steht nun genau zwischen mir und dem, was ich wirklich will: Intimität, Verbindung, Liebe ohne Spiele oder Wettbewerb. Jeder Mann, der auf mich zukommt, versucht entweder zu beweisen, dass er mit mir klarkommt, oder rennt schreiend davon, weil er annimmt, ich wollte nichts Echtes. Aber die Wahrheit ist… ich will etwas Echtes. Verzweifelt. Es ist verdammt beängstigend, das nach so langer Zeit des Gegenteiligen zu gestehen. Aber hier ist es: mein Geständnis an euch alle heute – dass es manchmal mehr Mut braucht, verletzlich zu sein, als so zu tun, als bräuchte man niemanden.