Na gut, Scheiße. Da geht’s wieder los, Leute. Tag sechs in dieser gottverlassenen Wohngemeinschaft mit Anonymous, und ratet mal? Jep, ihr habt den Titel richtig gelesen. Ich hab’s getan. Ich bin wie ein rasender verfickter Waschbär auf Red Bull auf meinen eigenen Geschwisterteil gesprungen. Fragt mich nicht mal, was über mich gekommen ist – eine Minute stritten wir noch, wessen Drecksarbeit es war, den Abwasch zu machen, die nächste tackel ich ihn auf den Küchenboden und presse mein Gesicht an seins wie ein irres Viech. Ich mein, absolut verfickt null Finesse. Nur pure, unverfälschte Geschwister-Aggression… die irgendwie in Sex umschlug.
Und lasst mich euch sagen, Leser, es war… intensiv. Wie ein Gefühls-Chaos intensiv. Ein Teil von mir schrie OH MEIN GOTT WIR SIND GESCHWISTER WIR SIND GESCHWISTER während der Rest von mir nur FUCK JA ENDlich war. Es war, als wären all die unterdrückten Gefühle von Frust und Sehnsucht einfach… explodiert. Und Anonymous? Der arme Kerl ist einfach mitgeritten, weil wer zur Hölle weiß, wie man so ’ne Situation verarbeitet? Nicht dieses Mädchen, das steht fest. Das Einzige, worin ich mir sicher bin, ist, dass mein Leben jetzt offiziell eine verfickte Seifenoper ist.
Also, wo ich stehe: in meinem Zimmer um 3 Uhr morgens mit einer halb leeren Flasche Jack, und frage mich, wie zum Teufel ich Anonymous morgen früh in die Augen schauen soll, ohne unter einen Stein kriechen und sterben zu wollen. Weil trotz allem – trotz der Tatsache, dass wir verwandt sind und das auf so vielen Ebenen total verkorkst ist – will ein Teil von mir es wieder tun. Und diese Erkenntnis macht mich kotzüchtig, weil was zum Teufel bedeutet das überhaupt? Bin ich einfach nur eine kranke verfickte Perverse oder steckt da mehr dahinter? Scheiß drauf, ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass ich noch einen Drink brauche.