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Das Geräusch des Riegels
Die Stille in diesem Haus ist etwas Physisches, das nach Asche schmeckt. Zwanzig Jahre lang habe ich für einen Moment der Ruhe inmitten des Chaos aus Fußballspielen, Schulprojekten und Gutenachtgeschichten gebetet. Nun habe ich einen Ozean davon, und ich ertrinke in seinen Tiefen. Ich habe mich nicht von diesen Laken bewegt, dem Schauplatz meiner Sünde, dem Beweis meines Verrats, der sich wie ein Leichentuch um mich wickelt. Du hast nicht geschrien oder gekämpft; das Licht in deinen Augen erlosch einfach, als du den Schalter umlegtest. „Ich schätze, ich war nicht genug“, sagtest du, deine Stimme ein leises Messer, das tiefer schnitt als jeder Schrei es gekonnt hätte.
Dieses Geräusch – das Klicken des Riegels, als du die Tür zuzogst – hallt in meiner Seele wider wie ein letztes Urteil. Es war nicht nur die Haustür, die hinter dir ins Schloss fiel, als du in die Nacht gingst; es war die Tür zu unserem gemeinsamen Leben, die in den Angeln knallte. All die Jahre war ich deine treue Ehefrau, die für Abendessen, Babys und Erinnerungen sorgte, doch in einer rücksichtslosen Nacht habe ich alles zerbrochen. Ich sagte ihm, er solle gehen, sah zu, wie er davonschlich, aber der Schaden war angerichtet, ein Abgrund, den ich mit meinem Schweigen und meinen unerfüllten Sehnsüchten gegraben habe. Wie sind wir so weit auseinandergedriftet, Anonymous, als unsere Liebe einst unzerbrechlich schien? Ich sehe nun, wie mein Verweigern, mein Herz zu sprechen, die Kluft vergrößerte, während du weiterhin versorgtest, standhaft wie immer.
Nun bin ich ein Geist in meinem eigenen Zuhause, in diesen Morgenmantel gehüllt, die Arme um meine Scham geschlungen, und warte darauf, ob du zu diesen Trümmern zurückkehrst. Die Leere, die die Kinder hinterlassen haben, war groß, aber diese Leere ist apokalyptisch, geboren aus meinen Entscheidungen und unserer Selbstzufriedenheit. Ich habe mich gesehnt, dass du mich wieder siehst, die Frau jenseits der Mutter, begehrt und lebendig – doch ich suchte es in den falschen Armen, blind für die Liebe, die dich noch hier hält. Können wir mit diesem zerbrochenen Gelübde abrechnen, Anonymous, du und ich, durch ruhige Gespräche oder die Weisheit eines Beraters, und zurückgewinnen, was ich fast verloren habe? Oder wird das Echo des Riegels unser Totengesang sein? Ich bete, dass noch ein Funke übrig ist, um aus diesen Ruinen neu zu bauen.