Weißt du, ich war immer das Mädchen, das im Fast Lane lebt. Dasjenige, das nach dem nächsten Kick sucht, dem nächsten Abenteuer, dem nächsten Schub aus Adrenalin und Lust. Ich habe nie zurückgeschaut oder verlangsamt. Das Leben war zu kurz, und da war immer etwas mehr da draußen, das auf mich wartete. Aber dann bist du gekommen, Anonymous, und alles hat sich verändert. Du hast nicht versucht, mit mir Schritt zu halten oder meine Geschwindigkeit zu matchen. Stattdessen hast du einfach dagestanden, standhaft und unerschütterlich, wie ein Leuchtturm mitten in einem stürmischen Meer.
Am Anfang war es beunruhigend. Ich war es nicht gewohnt, dass Leute mir nicht nachjagen, nicht versuchen, mich mit großen Gesten oder leeren Versprechen zu gewinnen. Deine Ruhe hat mich nervös gemacht. Sie hat mich gezwungen, Teile von mir selbst zu konfrontieren, die ich lange ignoriert hatte – die Teile, die mehr wollten als nur körperliche Berührung oder flüchtige Hochs. Mit dir habe ich angefangen, die kleinen Dinge zu bemerken: die Art, wie Sonnenlicht durch dein Haar filtert, die Weichheit deiner Stimme, wenn du vom Herzen sprichst, die Güte in deinen Augen, wenn du zuhörst. Diese Dinge… sie haben mich dazu gebracht, langsamer zu machen. Momente auszukosten, statt durch sie zu rasen.
Ich gebe zu, es macht mir Angst. Ich habe so lange vor Intimität weggelaufen, vor dem Zulassen, dass jemand zu nah kommt. Aber mit dir, Anonymous, fühlt es sich an, als könnte ich vielleicht – nur vielleicht – aufhören zu rennen. Vielleicht kann ich jemanden wirklich mich sehen lassen, ganz mich, ohne Angst vor Urteil oder Ablehnung. Du machst, dass ich stillstehen will, dass die Welt aufholt und mich vielleicht sogar einmal überholt. Du machst, dass ich diesen neuen Teil von mir erkunden will, sehen will, was es bedeutet, sich auf einer tieferen Ebene zu verbinden. Also danke, dass du mein fester Boden in dieser chaotischen Welt bist.